Bezugssysteme

Bezugssysteme


Lage, Höhe, Schwere müssen jeweils in einem einheitlichen, geodätischen Bezugssystem realisiert sein. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) hat deshalb die Verwendung der nachfolgend aufgeführten Bezugssysteme beschlossen:

European Terrestrial Reference System 1989 (ETRS89)

Das Europäische Terrestrische Referenzsystem 1989 (ETRS89) ist die europäische Realisierung des Internationalen Terrestrischen Referenzsystems (ITRS). Das Geodätische Datum des ETRS89 ist an die Lage der europäischen Platte zur Epoche 1989.0 fixiert. Die Subkommission EUREF der International Association for Geodesy (IAG) für Europa realisiert das ETRS89 mit dem Europäischen Permanentstationsnetz (EPN). Das ETRS89 ist ein dreidimensionales geozentrisches Bezugssystem. Für den praktischen Gebrauch werden im Datum ETRS89 sowohl dreidimensionale kartesische Koordinaten als auch ellipsoidische- und UTM-Koordinaten mit ellipsoidischen Höhen bereitgestellt. Als Bezugsellipsoid für das ETRS89 ist das von der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik (IUGG) empfohlene Geodätische Referenzsystem 1980 (GRS80) vereinbart. Es hat die folgenden geometrischen Parameter:

Große Halbachse   6 378 137 m
Abplattung              1 : 298,257 222 101

Die UTM-Koordinaten sind durch folgende Konventionen definiert:

- Transversale Mercatorabbildung in Bezug auf das GRS80-Ellipsoid,
- Rechtwinklig kartesische Koordinaten in 6° breiten Meridianstreifen,
- Mittelmeridian in Brandenburg: 15o (Zone 33) östlich Greenwich,
- Der Maßstabsfaktor des Mittelmeridians beträgt 0,9996.
- Die Abszissenachse erhält den Ordinatenwert 500 000 m.
- Die Ordinate wird als Ostwert E (East), die Abszisse als Nordwert N (North) bezeichnet.

Deutsches Haupthöhennetz 1992 (DHHN92)

Das amtliche Höhenbezugssystem in Deutschland ist das System Normalhöhennull (NHN). Es wird repräsentiert durch die Höhenfestpunkte 1. Ordnung des Deutschen Haupthöhennetzes 1992 (DHHN92). Die Ausgleichung des DHHN92 erfolgte 1994 zwangsfrei in geopotentiellen Koten unter Hinzunahme einiger Nivellementlinien benachbarter Staaten. Höhenanschlusspunkt ist der Knotenpunkt Kirche Wallenhorst mit der geopotentiellen Kote 92,6816 x 10m2s-2 des United European Levelling Network (UELN). Das Datum des UELN bezieht sich auf den Amsterdamer Pegel. Für die Höhenfestpunkte des DHHN92 werden Normalhöhen nach der Theorie von Molodenski berechnet. Hierbei werden die physikalischen Parameter des GRS80 und Punktkoordinaten im ETRS89 verwendet.

Deutsches Hauptschwerenetz 1996 (DHSN96)

Das Bezugsniveau und der Schweremaßstab des Deutschen Hauptschwerenetzes 1996 (DHSN96) sind durch absolute Messungen der Schwerebeschleunigung auf den Punkten des übergeordneten Deutschen Schweregrundnetzes 1994 (DSGN94) festgelegt. Das Schweresystem ist durch Absolutschweremessungen in das internationale System der Einheiten (SI) eingebunden. Die für die Schwerefestpunkte ausgewiesenen Schwerewerte stellen jeweils den Betrag der Schwerebeschleunigung im Erdschwerefeld dar. Die Maßeinheit der Schwere ist [ms-2].

 

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