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Verzeichnis der sorbisch/wendischen Ortsnamen in Brandenburg aktualisiert

In Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Institut, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, dem Domowina-Regionalverband Niederlausitz und der LGB wurde u.a. auf Basis des seit 2001 gepflegte Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis Brandenburg das Verzeichnis der sorbisch/wendischen Ortsnamen in Brandenburg aktualisiert. Im Rahmen der ”Kleinen Reihe des Sorbischen Instituts Bautzen” ist aktuell das Heft 30 ”Ortschaftsnamen im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden im Land Brandenburg” erschienen. In ihm sind alle Ortsnamen verzeichnet, die im sorbisch/wendischen Sprachraum Brandenburgs zweisprachig öffentlich und amtlich verwendet werden. Die aktuelle Namensschreibweise findet so auch Eingang in die Digitalen Topographischen Kartenwerke, die Verwaltungskarten und auch in die Kartenebene ”Sorbisch/Wendisches Siedlungsgebiet” im Brandenburgviewer.

Das Heft ist kostenlos beim Sorbischen Institut erhältlich.

Aus dem Vorwort des Heftes:

”Die sorbische/wendische Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel ihrer Sprecherinnen und Sprecher und Ausdruck sorbischer/wendischer Identität. Sie ist auch ein wichtiges Kulturgut, das die Lausitz seit Jahrhunderten prägt. In ihr wird kulturelles und geschichtliches Wissen tradiert, wie es beispielsweise auch in Ortsnamen zum Ausdruck kommt, die in deutscher und sorbischer/wendischer Sprache nicht immer das Gleiche bedeuten müssen. Die Einbeziehung der sorbischen/wendischen Sprache in das öffentliche Leben hat Verfassungsrang.

Es gibt kaum etwas, das die Bikulturalität der Lausitz und die Existenz sorbischer/wendischer Sprache, Kultur und Identität öffentlich so sichtbar macht wie die seit sieben Jahrzehnten etablierte zweisprachige Beschilderung. Über die Beschilderung hinaus sollen Minderheitensprachen auch praktisch anwendbar sein, z.B. im Behörden- und Postverkehr, in Verwaltungen, Dienstleistungen und im Handel. Eine Grundlage dafür ist, das ein Verzeichnis der Ortsnamen in beiden Sprachen vorliegt. Das letzte veröffentlichte stammt aus dem Jahr 1982 und entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr dem aktuellen Stand. Mit dem vorliegenden Verzeichnis wird diese Lücke nunmehr für das Land Brandenburg geschlossen. Seine Erstellung erfolgte in Zusammenarbeit des Sorbischen Instituts mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg sowie dem Domowina-Regionalverband Niederlausitz. Bestehende Listen und Namensnennungen wurden vom Sorbischen Institut in Cottbus/Chóśebuz geprüft und miteinander abgeglichen. Durch Archivrecherchen konnten vielfach ursprüngliche Namensformen ermittelt, fehlerhafte Zuordnungen korrigiert und unnötig erfolgte frühere Ad-hoc-Neubildungen durch traditionelle, teilweise bis heute in der lokalen Bevölkerung gebräuchliche Namen ersetzt werden. Zweifelsfälle wurden der niedersorbischen Sprachkommission zur Beratung vorgelegt. Teilweise mußte entschieden werden, welche von zwei parallel gebräuchlichen Formen als offizielle anerkannt wird.”

Titelbild.

 

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