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Klimawandel sichtbar machen

Brandenburg startet neuen KlimaViewer

- Erschienen am 07.10.2026
Screenshot aus dem neuen KlimaViewer mit dem Wärmebelastungsindex für Potsdam (erstellt durch ThINK GmbH Jena im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz Brandenburg) © LGB

Wo wird es besonders heiß? Wo drohen hohe Niederschlagsmengen oder Veränderungen beim Wasserhaushalt? Und welche Regionen Brandenburgs könnten durch den Klimawandel besonders belastet werden? Antworten auf solche Fragen lassen sich künftig einfacher auf der Karte erkunden.

Mit dem Prototyp des KlimaViewers steht ab sofort eine zentrale digitale Plattform zur Verfügung, auf der Klimadaten und Auswertungen für ganz Brandenburg visualisiert werden. Die Anwendung basiert auf der Kartenviewer API der LGB und macht damit komplexe Klimainformationen räumlich sichtbar und leichter zugänglich.

Zum Start bietet der KlimaViewer eine Auswahl bereits vorhandener Analysen und Datensätze. Dazu gehört auch der kürzlich im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE) berechnete Wärmebelastungsindex.

Klimadaten auf einen Blick
Eine verlässliche Datengrundlage ist eine wichtige Voraussetzung, um Klimaanpassungsmaßnahmen gezielt planen zu können. Doch Klimadaten sind häufig umfangreich und nicht immer leicht auszuwerten. Genau hier setzt der KlimaViewer an.

Statt Informationen ausschließlich in Tabellen zu betrachten, lassen sich die Daten nun flächendeckend auf einer interaktiven Karte erkunden. Derzeit stehen Auswertungen unter anderem zu den Bereichen Temperatur, Niederschlag, Wasserhaushalt und urbane Belastungen zur Verfügung.

Das macht es einfacher, räumliche Unterschiede zu erkennen und Entwicklungen unmittelbar auf der Karte nachzuvollziehen.

Das Angebot soll in den kommenden Monaten weiter wachsen. Dazu gehört unter anderem die schrittweise Integration neuer Modellauswertungen auf Grundlage des 6. Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen. Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Klimaforschung. Parallel dazu wird der KlimaViewer um weitere Funktionen und Auswertungsmöglichkeiten ergänzt.

Wer die Daten selbst in anderen Anwendungen nutzen möchte, kann außerdem auf die entsprechenden Webdienste zugreifen. Damit lassen sich die Informationen beispielsweise in fachbezogene Anwendungen integrieren und für kommunale, betriebliche oder wissenschaftliche Fragestellungen nutzen.

Wo Brandenburg besonders unter Hitze leiden könnte
Ein besonderes Highlight des neuen KlimaViewers ist der Wärmebelastungsindex, der auch als Themenkarte im GEOPORTAL Brandenburg zu finden ist. Er zeigt für ganz Brandenburg, wo besonders hohe thermische Belastungen auftreten können. 

In die Berechnung fließen unter anderem Landoberflächentemperatur, Vegetationsdichte und -vitalität, Versiegelungsgrad sowie Gebäudevolumendichte ein. Die Daten liegen mit einer räumlichen Auflösung von 10 × 10 Metern vor. Dadurch werden auch kleinräumige Unterschiede sichtbar: stark versiegelte und dicht bebaute Stadtquartiere können als besonders belastete „Hitzeinseln“ erkennbar werden, während klimatisch günstigere Bereiche als „Klima-Oasen“ hervortreten.

Damit liefert der Wärmebelastungsindex eine wichtige Grundlage für die Planung konkreter Anpassungsmaßnahmen. Kommunen und andere Akteure können beispielsweise besser erkennen, wo Begrünung, Verschattung oder Trinkbrunnen besonders sinnvoll sein könnten.

So wird aus abstrakten Klimadaten eine Karte, die zeigt, wo Handlungsbedarf entstehen kann und ist damit eine praktische Grundlage für die Anpassung an den Klimawandel.

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